Umwelt-Akademie e.V.
Umwelt-Akademie e.V.
Projektbeschreibung: 

Umweltbildung für Kinder und Jugendliche im Großraum München

Die Umwelt-Akademie e.V., ausgezeichnet mit dem Umweltpreis 2016 der Bayerischen Landesstiftung, ist ein 1990 gegründeter, gemeinnütziger Verein in München, der sich als Bildungsinstitution im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit engagiert.

Seit 2014 engagiert sich Die Umwelt-Akademie e.V. auch in der Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung für Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Projekten an Schulen in München.

Das Projekt „Nachhaltigkeit lernen – von Kindesbeinen an“, welches von der Margarete Ammon Stiftung finanziell unterstützt wird, hat sich zum Ziel gesetzt, schon bei sehr jungen Menschen das Bewusstsein für Umweltthemen zu schaffen, deren Bereitschaft für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt zu fördern und sie zum Handeln zu motivieren. Zirka 25 Workshops aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Klimawandel und Energie(wende) werden jährlich an unterschiedlichen Schulen durchgeführt. Somit erreicht das Projekt zirka 650 Schülerinnen und Schüler. Nähere Informationen gibt es unter www.die-umwelt-akademie.de.

2018 wurde vor allem der Workshop „Plastikfrei und Spaß dabei“ vielfach von Schulen angefragt und mit großem Erfolg durchgeführt. In dem Workshop lernen die Schülerinnen und Schüler an unterschiedlichen Stationen, woraus Plastik besteht, wofür es gebraucht wird, was für Gefahren von Plastik ausgehen und welche Alternativen es gibt.

Besonders spannend finden die Kinder, den Müll von vor 150 Jahren mit den heutigen Abfallbergen zu vergleichen. Dabei wird ihnen nicht nur bewusst, wie stark die Müllmengen in den letzten Jahrzehnten angestiegen sind, sondern auch, dass die Menschen früher ganz ohne Plastik ausgekommen sind. Dass es heute hingegen kaum mehr Produkte ohne Plastik gibt, bzw. wo überall Plastik „versteckt“ ist, wird an der Station „Plastikkoffer“ deutlich. Dieser beinhaltet unterschiedliche Plastikalltagsprodukte vom Teddybären über die Zahnbürste bis hin zu Keksverpackung und Babywindel und macht so die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten des modernen Werkstoffs deutlich. Warum Plastik problematisch und gefährlich werden kann, lernen die SchülerInnen an der Station „Plastik-Weltkarte“. Hier erfahren sie über die Existenz und die Ausmaße der großen Müllstrudel in den Ozeanen. Anhand von Bildern wird den Kindern außerdem verdeutlicht, dass sich viele Tiere im Plastik verfangen oder dieses mit Futter verwechseln. Zum Abschluss wird gemeinsam mit den Kindern erarbeitet, wie man Plastik fachgerecht entsorgt, was sie gegen die Plastikflut unternehmen können und welche Alternativen es zu Plastikprodukten gibt.

Folgende Kompetenzen im Sinne der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) werden durch den Workshop gefördert:

  • weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen
  • vorausschauend denken und handeln
  • interdisziplinäre Erkenntnisse gewinnen und handeln
  • Empathie für andere zeigen können
  • die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können

Folgende UNESCO-Nachhaltigkeitsziele werden durch das Projekt aufgegriffen:

Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz

1990 von renommierten Wissenschaftler*innen gegründet, ist die Umwelt-Akademie e.V. (www.die-umwelt-akademie.de) eine Plattform für Information und Diskussion, ein Thinktank und eine Bildungsinstitution zu Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz.

Unter dem Leitsatz „Vom Wissen zum Handeln“ setzt sie im Raum München Impulse, damit sich die Gesellschaft ihrer Verpflichtung zu nachhaltiger Entwicklung stärker bewusst wird und ihr Handeln danach ausrichtet. Ziel ist, Wege aufzeigen, wie ökologisches Gleichgewicht, ökonomische Gerechtigkeit und soziale Balance - lokal und global - langfristig gesichert werden können. Dazu beschäftigt sich die Umwelt-Akademie e.V. mit einer großen Bandbreite an Themen, die von der Bewahrung und Wiederentdeckung traditioneller Kulturtechniken, z.B. in den Bereichen Ernährung und Landwirtschaft, über Mobilität und Stadtentwicklung bis hin zu Nachhaltiger Digitalisierung und Circular Economy reicht. Den Rahmen bilden zunehmend Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE), die Agenda 2030 sowie die 17 globalen Ziele für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs).

Den gesellschaftlichen Diskurs und Dialog fördert die Umwelt-Akademie e.V. mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten, z.B. Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Workshops, Exkursionen, Roundtables mit Entscheidungsträger*innen. Das Jahr 2021 wird im Zeichen des Themas „Wirtschaft anders denken“ stehen und drängenden Fragen genauso wie beispielhaften Ansätzen des nachhaltigen Wirtschaftens vor Ort nachgehen.

An Kinder und Jugendliche wendet sich das Programm „Nachhaltigkeit lernen – von Kindesbeinen an“. Das unterrichtsergänzende und fächerübergreifende Angebot will Natur und Umwelt erlebbar machen, für die Notwendigkeit eines nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen sensibilisieren und Wissen vermitteln. Das  von der Margarete-Ammon-Stiftung geförderte Projekt „Kinder entdecken die ökologische Landwirtschaft“ etwa ermöglicht Grundschüler*innen, sich im Rahmen von umweltpädagogisch begleiteten Exkursionen mit nachhaltigem landwirtschaftlichen Arbeiten und der ökologischen Erzeugung von Lebensmitteln vertraut zu machen. Der Online-Wettbewerb „Umwelt-Einstein“ (www.umwelt-einstein.de) wiederum adressiert Schüler*innen der 7.-10. Jahrgangsstufe. In Quiz-Form vermittelt er Wissen zu Umwelt, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und den SDGs und stärkt Handlungskompetenzen. Aufgrund des großen Erfolgs wird er ab 2021 erstmals bayernweit stattfinden.

Kinder entdecken die ökologische Landwirtschaft

Aufgrund der räumlichen Trennung ist der Zugang zur landwirtschaftlichen Erzeugung von Lebensmitteln für Kinder – v.a. aus innerstädtischen Vierteln und sozio-ökonomisch benachteiligten Familien – erschwert. Gleichzeitig ist wissenschaftlich belegt, dass im Kindesalter entstandene emotionale Beziehungen zur Natur die wichtigste Grundlage für ein späteres ökologisch-bewusstes Denken und Handeln sind.

Das von der Margarete-Ammon-Stiftung finanziell geförderte Projekt „Kinder entdecken die ökologische Landwirtschaft“ vermittelt deshalb Münchner Schüler*innen im Grundschulalter außerschulisch und fächerübergreifend Wissen über ökologischen Landbau und Natur. Es zeigt Zusammenhänge auf, sensibilisiert für Biodiversität in der Landwirtschaft und schafft Einblicke in eine vielfältige Kulturlandschaft.

Die umweltpädagogisch begleiteten Exkursionen führen in den Gemüsegarten und auf die Naturschutzflächen des stadtnahen Ökobetriebs Gut Sonnenhausen (www.sonnenhausen.de) sowie auf die Weiden des ökologischen Betriebs Gut Herrmannsdorf (www.herrmannsdorfer.de). Die ansprechbaren Lernfelder umfassen Freilandgeflügel und -schweine, Schafe, Imkerei, Gemüsebau, Beerenanbau sowie Heilpflanzen.

Über das Thema Ernährung wird zum einen Wissen (z.B.: über Boden, Symbiosen, Biodiversität, Fruchtfolgen) vor Ort nachvollziehbar, altersgerecht und lebensweltnah vermittelt. Zum anderen wird der Praxis viel Raum gegeben. Die Kinder können selbst mit Anpacken, Natur erleben, emotionale Erfahrungen machen und mit allen Sinnen wahrnehmen. Sie bereiten die selbst geernteten Lebensmittel unter Anleitung zu und genießen sie gemeinsam, um ökologische Landwirtschaft vom Acker bis zum Teller im wörtlichen Sinne „zu begreifen“.

Die eintägigen Exkursionen wenden sich an Kleingruppen und Schulklassen. Jeder Gruppe wird im jahreszeitlichen Verlauf die Teilnahme an zwei Exkursionen (Sommer und Herbst) angeboten.

Das Projekt wird von der Umwelt-Akademie e.V. (www.die-umwelt-akademie.de) durchgeführt und baut auf dem ebenfalls von der Margarete-Ammon-Stiftung geförderten Projekt „Nachhaltigkeit lernen – von Kindesbeinen an“ auf. Die Umwelt-Akademie e.V. ist Träger des Qualitätssiegels „Umweltbildung Bayern“ und als UNESCO-Lernort ausgezeichnet.